Mit dem Bus durch Deutschland – der Praxistest

Seit der Liberalisierung durch die schwarz-gelbe Bundesregierung im letzten Jahr kam es zu einem regelrechten Fernbusboom in Deutschland. Viel günstiger als eine Bahnfahrt soll die Fahrt mit dem Bus sein und dabei mehr Service bieten, etwa mit Steckdosen und Internetzugängen ausgestattet sein. Doch was zeichnet den Fernlinienbus aus und ist er auch jenseits von der Eisenbahn unerschlossenen Strecken wie Dortmund-Siegen eine echte Alternative? Ich habe den Praxistest gemacht.

Von Berlin nach Dortmund sollte es gehen – eine Strecke, die mit stündlichen ICE-Zügen und verstärkenden Intercity-Zügen bereits sehr gut versorgt wird. Hin an einem Samstag mit ADAC Postbus, die Rückfahrt findet am Sonntag mit MeinFernbus statt. Gebucht wird die spontane Reise eine halbe Woche vorher. Die Hinfahrt mit dem ADAC Postbus schlägt mit 23,00 Euro zu Buche, bei MeinFernbus kostet die Rückfahrt 20,00 Euro. Komfortabel wird online gebucht, die Tickets zum Selbstdruck sind im Nu da. Weiterlesen »

Der Verbraucher, das unbekannte Wesen

Vorstöße von niederländischen und schwedischen Vertretern in der EU gehen dahin, die gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthaltbarkeitsdaten für Tee, Nudeln, Konserven und eine Reihe anderer länger haltbarer Produkte abzuschaffen.

IMG_3316

Nun, eine Konserve mit der Aufschrift “Herkunft Deutsches Reich” würde ich aller Umweltschutzgedanken zum Trotz nicht mehr essen, sie hätte nur musealen Charakter. Tee ist sicher nicht akut gesundheitsschädlich, wenn er drei Jahre alt ist, aber Geschmack ist auch nicht mehr vorhanden.

Mein Eindruck ist, dass man das Pferd von hinten aufzäumt. Besonders oft weggeworfen werden ja nicht Konserven, sondern Frischwaren. Man sollte daher auch für abgepacktes Obst und Gemüse ein “Display Until”-Datum oder ein Herstellungs-/Abpackdatum vorschreiben, wie es im britischen Einzelhandel bereits üblich ist. Die Wegwerfproblematik wird dann dadurch gelöst, dass die Händler die Sachen, die nicht mehr ganz so frisch, aber noch essbar sind, knallhart reduzieren können. Und, platt gesagt, dann vergammelt es im Zweifel im Geschäft und nicht bei mir zuhause. Das setzt natürlich auch eine Bereitschaft des Einzelhändlers voraus, sich damit auseinanderzusetzen und den eigenen Warenbestand im Blick zu behalten. Wenn sowieso auf die Einschweißfolie für abgepacktes Gemüse irgendwelche Kennnummern gedruckt werden, dürfte es kein großer Aufwand sein, noch ein Abpackdatum hinzuzufügen.

Oft wird sich auch darüber beklagt, dass der Deutsche Waren kurz vor dem Ablauf des MHD keinesfalls kaufen wolle und deswegen immer nach hinten ins Regel greife. Auch das ist falsch – solche Waren werden gern zum sofortigen Verzehr gekauft, aber eben nicht pauschal zum vollen Preis. LIDL etwa geht mit gutem Vorbild voran und versetzt solche Produkte mit einem roten “-30%”-Aufkleber. Denn natürlich zahlt man ungern den vollen Preis für etwas, was man dann zuhause kaum lagern kann.

Überhaupt, das Lagern: Auch das wäre kein Thema mehr, wenn es sich durchsetzen würde, dass jeder täglich oder alle zwei Tage einkauft und dafür nur das, was wirklich kurzfristig gebraucht wird. Das wird schon ein wenig erschwert, wenn etwa sonntags aufgrund überholter politischer Positionen die Läden geschlossen sind (bis auf die in Fernbahnhöfen, die dann zum Bersten voll sind – ja, die Bürger sind oft liberaler als ihre “Volksvertreter”).

Screen Shot 2014-05-24 at 12.15.31
Aufrufanlage im Kassenbereich von Marks & Spencer, Amsterdam

Auch die Einrichtung selbst des kleinsten deutschen “Supermarkts”, der in anderen Nationen als Convenience-Geschäft bezeichnet werden würde, ist mit sperrigen Einkaufswägen und Laufbändern eher auf einen Wocheneinkauf einer fünfköpfigen Großfamilie ausgerichtet als mit kleinen Körben und einer Aufrufanlage an der Kasse auf spontane Kurzeinkäufe. Wirklich absurd war das bei einem Besuch von mir vor längerer Zeit im Kaiser’s am Berliner Wittenbergplatz, wo man schon so nur mit Mühe durch die Gänge kommt.

Im deutschen Einzelhandel werden die Konsumenten vielleicht oft als “Nutzer” statt als “Kunde” betrachtet und sollen froh sein, wenn es überhaupt etwas gibt. So lassen sich auch die kuriose Verweigerung der Kartenzahlung oder absurd hohe Mindestumsätze in manchen Geschäften erklären – Hilfe, Kunde droht mit Umsatz. Doch auch auf der anderen Seite hat man die liebe Not mit dem Durchschnittsverbraucher. Ein Geschäftsführer einer bekannten Berliner Supermarktkette teilte mir mit, man habe das Aufrufanlagen-Konzept vor einiger Zeit getestet, die Kunden hätten sich dann aber über extrem lange Schlangen aufgeregt (obwohl die Wartezeit dafür gerechter verteilt wird und im Schnitt nicht länger sein dürfte).

Der Weg der Askese und Selbstkasteiung ist falsch. Die Verbraucher sind keine Unmenschen, die massenweise Lebensmittel einkaufen, bei sich horten und dann wegwerfen. Sie sind vielleicht überfordert mit Abläufen in der Branche, die nicht mehr zeitgemäß sind. Die Politik sollte sich aber hüten, “du isst deinen Teller nicht leer und in Afrika verhungern Kinder” oder ähnliche Plattitüden von sich zu geben, zumal die angestrebten Ziele deutlich einfacher erreicht werden können, indem der Alltag benutzerfreundlicher gemacht wird.

Keine BahnCard 100 für mich

Sie können die Mikrowelle natürlich so kaufen, aber dann ist kein Drehteller dabei. Entweder Sie bringen Ihren eigenen Drehteller mit oder Sie kaufen einen neuen bei uns, den gibt es aber nur, wenn Sie gleichzeitig einen neuen Kühlschrank kaufen, einzeln verkaufen wir den nicht.

Ein Gespräch im Elektro-Fachmarkt, das so oder so ähnlich verläuft, kann man sich wohl kaum vorstellen. Im öffentlichen Verkehr sind solche Geschäftspraktiken aber nicht unbekannt, und das Versprechen grenzenloser Mobilität mit der BahnCard 100 kann nur teilweise gehalten werden.

Kurz zu mir: Ich gebe pro Jahr ungefähr 2.500-3.000 Euro für Fahrten mit dem öffentlichen Verkehr aus. Bisher gingen, da ich ja studierte, rund 300 Euro pro Jahr für ein Semesterticket (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, Stadttarif Berlin ABC) drauf. Der Rest waren dann größtenteils DB-Fernverkehrsfahrkarten (meist Sparpreise 2. oder gelegentlich auch der 1. Klasse, die bei früher Buchung oft nur wenige Euro teurer sind), Deutschland-Pässe, und ab und zu ein Länderticket oder Verbundfahrkarten aus anderen Regionen. Ich fahre bevorzugt Bahn, nur sehr selten nutze ich einen Fernbus oder fliege inländisch. Vielleicht ist auch der bahn.bonus comfort-Status ausschlaggebend, mit dem man dann auch ohne Fahrkarte in die DB Lounges kann.

Nun ja – jetzt dachte ich mir, eine BahnCard 100 könnte zum Berufseinstieg sehr nett sein. Sie kostet zur Zeit als Jahreskarte bei Einmalzahlung 4.090 Euro (2. Klasse) oder 6.890 Euro (1. Klasse) und bei Ratenzahlung 379 Euro bzw. 639 Euro monatlich. Rabatte für die üblichen Verdächtigen (Schüler, Studenten, Rentner, Schwerbehinderte…) gibt es, anders als etwa beim Generalabonnement der SBB, leider nicht, auch wenn Rüdiger Grube in einem Zeitungsinterview vor Jahren mal von Überlegungen gesprochen hat, einen Rabatt für Senioren einzuführen. Und wenn ich mir eine 2.-Klasse-BahnCard 100 holte, wäre die 1. Klasse für mich dauerhaft tabu, wenn ich nicht ein bahn.bonus-Upgrade nutzte oder die Normalpreisdifferenz bezahlte (die Kombination BC100 2. Klasse und BC50 1. Klasse darf nicht für einen vergünstigten Aufpreis angewandt werden).

Dann habe ich gesehen, dass eine Bahnagentur eine alternative Bezahlung auf Raten anbietet, die sie selbst vorfinanzieren und somit günstiger ist als bei der DB. Gut, als Berufseinsteiger hat man noch keine Reserven, also ein kurzer Mailwechsel. Aber nein, gute Bonität hin oder her, man würde dieses Produkt nur Kunden ab einem bestimmten Lebensalter anbieten! Aber gerne könne ich die BahnCard 100 zur Einmalzahlung bei ihnen erwerben. – Mal überlegen… – Ernsthaft? Danke, ihr mich auch. Die kaufe ich direkt bei der Bahn, dann bekommt ihr für euren Nicht-Service auch keine Vertriebsprovision.

Doch der dicke Hund kommt noch. Ich wohne in der VBB-Zone Berlin A und arbeite in der Zone Berlin B, und an meinen Arbeitsplatz fahren nur U-Bahnen der BVG und keine S-Bahnen, die man in jeder Zone (da DB-Tarif) mit der BC100 nutzen kann. Anders als in allen anderen Städten Deutschlands gilt die City-Ticket-Funktion jedoch nicht im gesamten Stadtgebiet, sondern nur in Zone A.

Es gibt einen Anschlussfahrschein Berlin für die Zone A oder C, für VBB-Zeitkarteninhaber der Preisstufen Berlin AB oder BC, für 1,60 Euro. Dieser gilt aber nicht für Zone B. Auf Anfrage beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg heißt es, die BahnCard 100 ist nicht ihr Produkt, so dass aus ihrer Sicht kein Bedarf für ein neues Produkt Anschlussfahrkarte Berlin B existiert. Grundsätzlich habe man nichts gegen eine Erweiterung des City-Tickets auf Berlin B, aber da müsse die Bahn auf den VBB zukommen. Ich schlussfolgere, dass ich also zusätzlich zur BahnCard 100 eine VBB-Jahreskarte brauche – die es natürlich nicht für Berlin B alleine gibt. Berlin AB (722,00 Euro) steht außer Frage, da ich sicher nicht für eine Zone doppelt bezahlen will. Also kommt zur Kalkulation eine Jahreskarte für Berlin BC (763,00 Euro), obwohl ich extrem selten nach C fahre. Auch hier ist die Lage in der Schweiz eine andere, wo das GA der SBB auch in vielen Verbundverkehrsmitteln auf der ganzen Strecke gilt.

Es geht also ums Geld. Da stehen zwei Giganten – VBB und DB – jeweils auf ihrem Hügel und starren sich an, beamtenmikadomäßig darauf wartend, dass der andere den ersten Schritt macht, und der Zuständigkeitsstreit vergrault den Beförderungsfall, der so oder so draufzahlt. Gut, es heißt zwar, dass BVG-Kontrolleure inoffiziell dulden.

Gerne hätte ich meine Ausgaben von 3.000 auf 4.090 Euro pro Jahr erhöht, um flexibel zu sein. Ich hätte sogar die gelegentliche 1.-Klasse-Fahrt geopfert – wie gesagt, oft ist der 1.-Klasse-Sparpreis nur etwa fünf bis zehn Euro teurer als der der 2. Klasse und man kann sich die Reservierung im Regelfall sparen, kann in der Lounge einen kleinen Snack einnehmen und bekommt Gratiszeitungen im Zug.

Aber knapp 5.000 Euro (4.853 Euro für die Kombination BC100 + Jahreskarte VBB Berlin BC) ist ein dermaßen großer Unterschied, dass es sich überhaupt nicht mehr lohnt. Ich werde also weiter mit Billigtickets durch die Gegend fahren, dem Gesamtsystem ÖV geht Umsatz durch die Lappen, aber das System will es offenbar so.

Permitted Routes on German Rail Tickets

When you buy a Normalpreis (regular fare, anytime, fully flexible) ticket for use on German railways, you might be asking yourself what the route description (Wegetext; Raumbegrenzung) on your ticket means.

For example, a ticket from Hannover to Berlin will be issued “VIA: LEHR*(SDL*BSP/HE*EILS*MD*GSN)*BGS“. (Yes, the ticket issued will be “Hannover -> Berlin”, not “Hannover Hbf -> Berlin Ostbahnhof” or “Hannover Anderten/Misburg -> Berlin Warschauer Str.” as station grouping will apply.)

  • Each routeing point (Leitpunkt) (LEHR, SDL…) denominates a station of major importance. For example, LEHR is Lehrte, SDL is Stendal, MD is Magdeburg, BGS is Berlin-Gesundbrunnen. Many such acronyms are in fact derived from the German car licence plate acronyms, but not all are (NILA for example is a riddle to most but means Niederlahnstein, in Rhineland-Palatinate). Lists of routeing points (Verzeichnis der Leitpunkte) are floating around on the internet. The official German railway routeing guide (Tfv 603 – Entfernungszeiger) also includes a list of routeing points but is unfortunately not publicly available – if you know anyone working in a DB Travel Centre or at a rail appointed travel agent (Agentur) they may be able to help you though.
  • Stars (*) are simple delimiters that separate routeing point acronyms from each other.
  • A room restriction (Raumbegrenzung) is defined by use of brackets and slashes. In this example, the room is defined between LEHR (Lehrte) and BGS (Berlin Gesundbrunnen), any route between SDL*BSP (Stendal and Berlin-Spandau) and HE*EILS*MD*GSN (Helmstedt, Eilsleben (bei Magdeburg), Magdeburg and Güsen (bei Genthin)). As this is a room definition you can travel on any of these two routes or, if available, any route between these two limitations.
    (In fact, between Hannover-Berlin, you only have the choice between these two routes but it may be different if you are travelling between Hamburg and Stuttgart and have a VIA of HH*HAR*(H/K*KO)*BIET*S on your ticket, which allows you to travel on any route between Hamburg-Harburg – Hannover – Bietigheim-Bissingen, or Hamburg-Harburg – Köln – Koblenz – Bietigheim-Bissingen – a true multitude of detours awaits you!)

It is important to stick to the route description on your ticket, especially as different routes (such as Cologne-Frankfurt via Koblenz (the slower Rhenish route) vs. Cologne-Frankfurt via Montabaur/Limburg (the new high speed route)) may not be included in the same route description and may be priced differently, despite both being operated by DB Fernverkehr and both served by through trains. If you board an intercity service with the wrong ticket, you will be asked to pay an excess fare, and if you board a local / regional service you may even be fined.

As another example, let’s take routeing map KY (London King’s Cross to York / Scarborough) of the UK National Routeing Guide and turn it into a Via description. (The German equivalent of the National Routeing Guide that is called Tfv 603 (Entfernungszeiger) and includes maps and permitted routes is not available to the public, so for the purpose of this example we will use a UK railway map.)

It would be represented as

London*(Kings Cross/Essex Road*Highbury and Islington)*Finsbury Park*Alexandra Palace*(Hatfield/Hertford North)*Stevenage*Hitchin*Peterborough*(Grantham*Newark*Retford/Spalding*Sleaford*Lincoln)*Doncaster*(Wakefield*Leeds/Selby)*York*Scarborough

Note Doncaster*(Wakefield*Leeds/Selby)*York. Even though the map allows three routes from Doncaster to York – via Wakefield and Leeds, direct, and via Selby, only two routes are mentioned within the bracket. The direct route that goes through in between these two is not mentioned in the room restriction. But it is neither required nor allowed to use more than one slash within a bracket as the room restriction does not enumerate alternative routes but simply defines the two borders of the room!

In short, with CRS codes in place of stations/locations:

London*(KGX/EXR*HHY)*FPK*AAP*(HAT/HFN)*SVG*HIT*PBO*(GRA*NNG*RET/SPA*SLR*LCN)*DON*(WKF*LDS/SBY)*YRK*SCA

Often, however, only a few routeing points (four up to ten) are printed on a ticket so you will not usually find such a long “via” on your ticket.

Bahnkilometer und Raumbegrenzungen in Deutschland bestimmen

Oft besteht Bedarf danach, die Anzahl der Streckenkilometer zu bestimmen, die man mit der Eisenbahn zurücklegt. Sei es für ein Reisetagebuch, das man führen möchte, sei es, um zu bestimmen, ob man bestimmte Fahrkarten nutzen kann (etwa das Regio-Ticket Bayern, das Hopper-Ticket für Mitteldeutschland o.ä., die für Hin- und Rückfahrten im Nahverkehr bis 50 km gelten – diese Beschränkung hat mit dem Mehrwertsteuersatz zu tun, der nur bei Fahrten bis 50 km ermäßigte 7% beträgt).

Manchmal ist es auch erforderlich, einen Wegetext oder eine Raumbegrenzung zu bestimmen. Eine Normalpreis-Fahrkarte von Stuttgart nach Heidelberg könnte etwa den Text “VIA: BIET*VAI*BRT*BR” beinhalten. Was bedeuten diese Kürzel? Und ein Sparpreis von Frankfurt (Oder) nach Berlin könnte den Wegetext “Über: NV*B-Hbf 6:47 ICE644″ haben, so dass sich – wenn man die gebuchte Reiseverbindung nicht zur Hand hat, sondern nur die aus dem Automaten ausgespuckte Fahrkarte – die Frage stellt, was denn die verkehrsüblichen Routen zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin sind.

Trassenpreissystem: Mit der kostenlosen, jährlich aktualisierten Trassenpreisauskunft (für Windows) der DB Netz AG lassen sich Trassenkilometer bestimmen. Die Trassenkilometer entsprechen den Kilometern, die man tatsächlich zurückgelegt hat, sind jedoch von Tarifkilometern zu unterscheiden – z.B. ist Köln-Frankfurt über Limburg Süd tarifkilometermäßig länger als Köln-Frankfurt über Koblenz, obwohl es geografisch eine kürzere Distanz ist – um Komfort- und Fahrzeitunterschiede im Preis abzubilden.

Kursbuch der Bahn: Die Kursbuchtabellen auf kursbuch.bahn.de beziehen sich ebenfalls auf Streckenkilometer.

Zeitkarten bahn.de: Für Strecken bis ca. 400 Kilometer im Nah- und Fernverkehr, im Nahverkehr nur außerhalb von Verkehrsverbünden, lassen sich auf bahn.de/zeitkarten Wegetexte – detailliert, mit vergleichsweise vielen Leitpunkten – und Entfernungen bestimmen. Bei längeren Strecken wird die Auskunft verweigert, da Zeitkarten für zu lange Distanzen nicht ausgestellt werden, und der Nutzer wird auf den Erwerb einer BahnCard 100 verwiesen.

Entfernungsrechner: Es gibt einen internen Entfernungsrechner (PFFEB) für Strecken des Nahverkehrs in Deutschland. Dieser gibt Entfernungen in Tarifkilometern sowie den Wegetext für den Nahverkehr wieder, und zwar – wie auf Fahrkarten üblich – mit nur vier Leitpunkten.

Automat: Am NTA (Neuer Ticket-Automat) der DB erscheint unten ein Button “Tarifkilometer anzeigen”, wenn bei der Reiseauskunft “Nur Nahverkehr” gewählt wird.

Tfv 603: Der Entfernungszeiger der Deutschen Bahn ist das klassische Fahrpreishandbuch, die Bibel für alle Tarifkundigen. Es ist Mitarbeitern im Reisezentrum sowie in DB-Agenturen zugänglich und kann auch gegen einen Obolus bei der DB Kommunikationstechnik GmbH in Karlsruhe auf CD-ROM bestellt werden. Es enthält ein Verzeichnis der Leitpunkte (Bahnhofsabkürzungen in Wegetexten), Kilometerangaben für viele Strecken, sowie vergleichsweise detaillierte Wegetexte für die wichtigsten Relationen. Jedoch sind die Angaben regelmäßig nur für den Nahverkehr relevant.

SCIC-NRT: Es gibt Fahrpreistabellen für internationale Fahrten aller europäischen Eisenbahnen, in denen im Regelfall auch Wegetexte und Tarifkilometer auch des Fernverkehrs enthalten sind. Auch diese sind nicht öffentlich einsehbar.

Jizdenka: Die tschechische Eisenbahn bietet diese internationalen SCIC-NRT-Preistabellen öffentlich in Online-Form unter http://jizdenka.idos.cz/IT.aspx?&Lang=69 an. Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch werden auch hier Wegetexte und Tarifkilometer angezeigt, wenn man das Formular ausfüllt und so seine Relation bestimmt bekommt. Die Preise sind die Höchstpreise nach SCIC-NRT (d.h. in Deutschland ICE-Preis). Einziger Nachteil ist, dass keine Vias eingegeben werden können (aufgrund der detailarmen Wegetexte – meist auch nur 4 Leitpunkte) ist dies nicht sinnvoll im Programm abbildbar, jedoch gehen so auch Alternativrouten (Köln-Frankfurt über Koblenz kennt das Programm daher nicht, nur Köln-Frankfurt über Limburg) verloren. Darüber hinaus funktioniert die Anwendung mangels kürzerer/regionaler Strecken in der Datenbank nicht immer korrekt – Bonn-Neuwied wird etwa über Bonn-Koblenz + Koblenz-Neuwied bestimmt, obwohl Neuwied aus Bonner Sicht vor Koblenz liegt.

In anderen Ländern sind die Gepflogenheiten andere. So kennt man in Großbritannien gar keine Wegetexte auf der Fahrkarte. Bei der britischen Eisenbahn werden lediglich Start, Ziel, Gültigkeit (z.B. “Any Permitted”, “Not London”) und Restriktionen (“On Date Shown”, “As Advertised” …) vermerkt. Erlaubt ist grundsätzlich die Fahrt auf dem der nach Maßgabe der auf der Fahrkarte angebrachten Restriktionen kürzesten Weg oder einem Zug, der als umstiegsfreie Verbindung zwischen Start und Ziel beworben wird. In allen anderen Fällen wird der National Routeing Guide zu Rate gezogen, um die entsprechenden Leitpunkte (Routeing Points) für die Relation und die zwischen ihnen erlaubten Wege zu bestimmen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe an Einzelfallregelungen (Easements), die die allgemeinen Regeln überlagern und – entgegen dem Wortsinne (“Erleichterung”) – positiver (Reisende von X nach Y dürfen über Z reisen) oder negativer Art (Reisende von A nach B dürfen nicht über C reisen) sein können.

Warum man guten Gewissens bei Amazon einkaufen darf

Die Zeit vergeht schnell. Es ist schon ein gutes Jahr her, dass in der ARD in einem Bericht über ein deutsches Amazon-Versandzentrum von skandalösen Arbeitsbedingungen berichtet wurde, und sich kurz darauf herausstellte, dass vieles nicht so war, wie es dargestellt wurde.

Doch das Thema wurde im Anschluss daran noch monatelang breitgetreten. Bei Günther Jauch redeten sich Günter Wallraff und Ranga Yogeshwar darüber in Rage, wie der Online-Handel angeblich die Kultur zerstöre, die Innenstädte veröden lasse und unökologisch sei. Und beim Online-Händler bekäme man als Kind auch keine Gratis-Scheibe Wurst.

Es menschelt also ordentlich bei unseren Kulturpessimisten. Aber lassen wir doch mal Fakten statt Emotionen sprechen. Weiterlesen »

Fahrkartenkauf jenseits bahn.de

Das Buchungssystem von bahn.de ist nicht gerade das benutzerfreundlichste und macht es den Kunden mit äußerst kurzen Session-Fristen und willkürlichen “Sicherheits”beschränkungen wie nur vier Buchungen am Tag pro Nutzer und Zahlungsart schwer, geliebt zu werden. Aber es gibt eben auch – gerade bei Nahverkehrsfahrkarten – Buchungsmöglichkeiten, die nicht von der Deutschen Bahn AG kontrolliert werden.

Nahverkehrsfahrkarten des eigenen Netzes (DB-Produktklasse C), Tages- und Mehrfahrtenkarten des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg), sowie Bayern-Ticket, Baden-Württemberg-Ticket, Quer-durchs-Land-Ticket und Schönes-Wochenende-Ticket gibt’s auch im Online-Shop der agilis zu kaufen. Was per Post versandt werden muss, kostet bei agilis nur 95 Cent extra (DB: 3,50 Euro).

Fahrkarten des Niedersachsentarifs gibt es auch bei ticex. Fahrkarten des SH-Tarifs sind auf der Seite von nah.sh (auch Netzkarten) erhältlich, das Schleswig-Holstein-Ticket und das Schönes-Wochenende-Ticket als Onlineticket zum Selbstdruck auch bei der Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Das Fahrkartenportal des NRW-Tarifs (https://www.ots-nrw.de) wird jedoch von der DB Vertrieb GmbH betrieben.

Alternativ kann man sich aber auch im von DSW21 betriebenen VRR-Ticketshop mit VRR-Fahrkarten und NRW-Ländertickets eindecken.
Fahrkarten des VGN gibt es im VAG-Onlineshop.
Fahrkarten des MDV gibt es im LVB-Onlineshop.
Fahrkarten des VVS gibt es im SSB-Onlineshop.

Schließlich ist das HandyTicket Deutschland einiger Verbünde zu nennen.

Natürlich gibt es darüber hinaus noch Fahrkarten der privaten Fernverkehrsgesellschaften (sprich HKX und InterConnex), die aufgrund ihrer Eigenwirtschaftlichkeit nur von ihnen selbst vertrieben werden.

Microsoft Office 2003 Proofing Tools and Windows 8

Do not install Microsoft Office 2003 Proofing Tools on a Windows 8 system. It may break the integrated spell checker in a way that switching between input languages in the system will cause Windows Installer’s Auto-repair to pop up all the time.

Kindheit und Schulzeit – Die irrationale Abneigung gegen das achtjährige Gymnasium

Gerade macht der Artikel “Schulzeitverkürzung: Brief an eine Gymnasiastin” von Henning Sußebach, veröffentlicht auf Zeit.de, die Runde. In diesem Brief bedauert der Verfasser seiner Tochter Marie gegenüber mit Sätzen wie “Und Du sollst wissen, dass ich Dir das gestohlene Jahr zurückgeben möchte.”, dass die Schulzeit verkürzt und beschleunigt sei.

Mehr Kulturpessismismus geht nicht! Die Bildungslobby hat sich immer wieder gerne über die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium (G8, “Schnellläufer”) beklagt. Dabei ist das Abitur nach 12 Jahren Schulzeit in vielen Nationen Europas üblich. Auch in Sachsen und Thüringen ist das Abitur nach 12 Jahren Schule schon seit DDR-Zeiten üblich. Und das sächsische Schulsystem gilt als vorbildlich.

Wenn es Probleme bei der Einführung von G8 gibt, dann haben bestimmte Bundesländer vergessen, ihre Lehrpläne zu entrümpeln. Es wird zu viel Faktenwissen gelehrt, welches im Alltag später nicht mehr benötigt wird und auch schnell wieder vergessen wird. Die Nebenwirkungen der Einführung sind aber nicht Probleme von G8 an sich, sondern Probleme der konkreten Umsetzung.

Persönlich bin ich froh darüber, G8 gemacht zu haben. Und dann hatte ich im Studium Zeit für ein Auslandsjahr, werde etwas früher auf die Berufswelt losgelassen zu werden, kann mich selbst verwirklichen, statt ein Jahr länger im starren Schulsystem zu stecken, täglich die selben Gesichter zu sehen, um sechs Uhr morgens aufstehen zu müssen, und zu Sport und Kunst gezwungen zu werden. Im eigenen Tempo ist jeder Mensch am glücklichsten und produktivsten. Diesen Luxus sollten wir gerade auch unserer nachwachsenden Generation zugestehen.

DB-Reisegutscheine auch für Verbundfahrkarten einlösbar

https://www.facebook.com/dbbahn/posts/589303737772238