Kollektive Schizophrenie: Die Deutschen und der Wettbewerb

Durch die Medien gehen von Zeit zu Zeit immer wieder Berichte über rechtswidrige Preisabsprachen von Herstellern und Händlern. So war es kürzlich das Bahnschienenkartell und nun das Kartoffelkartell. Kartoffelverarbeitende Betriebe sollen ihre Preise abgesprochen haben, so dass die Preise nicht mehr im freien Wettbewerb, sondern nach Absprachen gebildet wurden.

Interessant sind auch hier die Kommentare, die auf Spiegel Online dazu abgegeben wurde. Ich zitiere:
Den [Wettbewerb] findet die nur FDP gut, wenn es darum geht, Arbeitnehmer gegeneinander auszuspielen. Der Rest versucht Wettbewerb zu vermeiden.
Nachdem das Kartellamt 2009 ein Millionen Bußgeld gegen die Kaffeeröster verhängt hat, ist der Preiß für Kaffee nur noch gestiegen. Dasselbe wir jetzt wohl auch mit den Kartoffel passieren.
Darüber hinaus x Kommentare mit der Grundaussage “die sind doch eh nicht teuer, lasst sie doch”.

Bei all der Planwirtschaftsromantik vergessen unsere Protagonisten, dass auch kleine Centbeträge sich am Ende zu Millionenbeträgen summieren. Auch die in Deutschland von der Politik unbehelligten Abofallenbetreiber machen damit ihr großes Geschäft: es genügt schon, wenn ein paar ihnen in die Falle laufen und aus Scham zahlen, schon summiert sich das erheblich. Zurück zu den Kartoffeln: Gerade Menschen mit geringem Einkommen müssen tatsächlich auch auf Centbeträge achten, zumal sie überproportional viel von ihrem Einkommen für Lebensmittel ausgeben müssen.

Und in der Praxis zeigt sich, dass der oft verteufelte Wettbewerb durchaus für Verbesserungen im Alltag gesorgt hat. Man denke an die Liberalisierung des Fernbusmarktes – der Betrieb von Fernbuslinien war bis vor einigen Monaten gesetzlich verboten, um das Monopol der Eisenbahnen auf Fernverkehrsreisen zu schützen. Gleiches gilt für die Telekommunikation – wenn die Telekom wie angekündigt ihre Internetanschlüsse drosseln will, ist das äußerst ärgerlich, doch kein Drama, wenn andere Anbieter das nicht tun. (Zu Bundespostzeiten hätte man keine Alternative gehabt.) Dass Strom teurer und teurer wird, liegt nicht am Wettbewerb zwischen den Anbietern, es liegt an der überhasteten und falsch konzipierten, grün lackierten staatlichen “Energiewende”, bei der einige wenige ein gutes Geschäft machen und die Verbraucher draufzahlen.

Doch das Verhältnis der Deutschen zum Wettbewerb ist gestört. Im Heimatland von Aldi und Lidl ist das Sparen Volkssport, nur wenn es andere auch tun, ist es unmoralisch und ausbeuterisch. Geiz ist geil, aber nur, wenn man selbst den Geiz in Anspruch nimmt, dem Nachbarn gönnt man es nicht.

Es gibt ein “Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb”. Nein, das ist kein Kartellrecht (dieses ist im “Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen” enthalten). Unlauter ist Wettbewerb z.B. schon dann, wenn vergleichende Werbung betrieben wird. Was in Großbritannien schon seit eh und je Alltag ist, will die deutsche Politik dem angeblich dummen Verbraucher nicht zumuten. Nicht zu vergessen der Buchhandel (Buchpreisbindungsgesetz), der Verkauf von Tabakwaren (Tabaksteuergesetz) und der Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Arzneimittelgesetz) – da sind Preiskartelle sogar gesetzlich vorgeschrieben!

Die deutsche Wettbewerbspolitik kann man nur als von Klientelpolitik durchsetzt, veraltet und restriktiv bezeichnen. Es änderte sich zwar auf Druck der EU einiges, lange Zeit ging es aber nur darum, Wettbewerb zu verhindern, zu Lasten der Verbraucher und zu Gunsten der großen Oligopolisten, und der Bürger steht daneben und klatscht.

Wenn Kinder politisch aktiv werden

Zu politischen Aktivitäten von Kindern im Internet, z.B. als Blogger, die über schlechtes Schulessen berichten, ist dieses Video des Tagesspiegels von der re:publica in Berlin sehr zu empfehlen: http://www.tagesspiegel.de/berlin/video-zur-re-publica-wenn-kinder-politisch-aktiv-werden-/8182806.html

Man darf aber nicht verschweigen, dass das insbesondere Lehrer und Schulleiter nicht gern sehen, wenn über Missstände in ihrer Einrichtung öffentlich berichtet wird. Der Schüler wird leider viel zu selten als Staatsbürger und Grundrechtsträger wahrgenommen, sondern stattdessen als Objekt staatlicher “Fürsorge”. Hier ist ein kultureller Wandel dringend erforderlich.

Fand die Stilllegung von schülerVZ doch nicht statt?

schülerVZ sollte zum Ende des Monats April 2013 eingestellt werden (Fischerinsel.org berichtete).

Und in der Tat findet sich bei Eingabe der Adresse schuelervz.net schon seit einigen Tagen nur noch eine Seite mit dem Hinweis auf die Schließung und u.a. folgendem Text: “Mit der Schließung wurden alle deine Inhalte und Daten vollständig und unwiederbringlich gelöscht. Dies gilt für Bilder, Nachrichten, Links, Pinnwandeinträge und alle anderen Daten, die du bei uns gespeichert hast.

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Nur stellt sich die Frage, ob das wirklich stimmt. Denn vor zwei Tagen bekam ich eine E-Mail-Benachrichtigung von schülerVZ, in der mir zum Geburtstag gratuliert wurde. Offenbar lief das System zumindest noch einige Tage im Hintergrund weiter, vollständige Löschung ist damit zumindest zum 3. Mai noch nicht eingetreten.

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Da drängen sich natürlich kritische Fragen auf…

Railtrack Ltd

Das private britische Eisenbahninfrastrukturunternehmen Railtrack plc wurde nach krisenreichen Jahren im Jahr 2003 in die staatliche Network Rail Infrastructure Ltd umgewandelt. Der Name Railtrack war dann wieder verfügbar. Ein findiger schottischer Geschäftsmann gründete daher im Mai 2003 die Railtrack Limited mit Sitz in einem Wohngebiet in Edinburgh.

Railtrack Limited – welches komplett inaktiv war und keine Geschäftstätigkeit pflegte – erhielt schon kurz darauf viele Briefe von Inkassounternehmen, Rechtsanwälten, anderen Institutionen wie auch Privatpersonen, welche offenbar bei der Recherche geschlampt haben und davon ausgingen, “mit der Bahn” zu schreiben. Es ging unter anderem um Schadensersatzforderungen, Baugenehmigungen und Verfahren vor dem Arbeitsgericht (Employment Tribunal) sowie dem Amtsgericht (Magistrates Court).

Doch der Unternehmer hat natürlich dafür gesorgt, dass jeder seine Antwort bekommt, die ihm zusteht. Die besten Antworten wurden als eBook bei Amazon veröffentlicht. Die ersten Seiten sind kostenlos einsehbar und sehr unterhaltsam…

Ich zitiere: “PS We’ve just noticed that their letter is headed ‘Strictly Private & Confidential’. We therefore enclose a copy in case they are trying to keep you in the dark.

Inoffizieller Gesetzentwurf (Benachrichtigung bei Dauerschuldverhältnissen)

Gesetz zur Verbesserung des Verbraucherschutzes bei Dauerschuldverhältnissen

Artikel 1
Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs

Das Bürgerliche Gesetzbuch in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Januar 2002 (BGBl. I S. 42), zuletzt geändert durch Artikel ? des Gesetzes vom ? (BGBl. I S. ?), wird wie folgt geändert:

1. In der Inhaltsübersicht wird nach § 312i folgende Angabe eingefügt:
„Informationspflichten bei Dauerschuldverhältnissen § 312j“.

2. Nach § 312i wird folgender § 312j eingefügt:
§ 312j
Informationspflichten bei Dauerschuldverhältnissen

(1) Bei einem Vertragsverhältnis zwischen einem Unternehmer und einem Verbraucher, welches die regelmäßige Lieferung von Waren oder die regelmäßige Erbringung von Dienst- oder Werkleistungen durch den Unternehmer zum Gegenstand hat (Verbraucher-Dauerschuldverhältnis), ist der Verbraucher in Textform zu informieren über:

  1. die Identität, und sofern der Vertrag Vorkasse erfordert, die Adresse des Unternehmers,
  2. eine Beschreibung der allgemeinen Eigenschaften der Waren oder Dienst- oder Werkleistungen,
  3. den Preis für die Waren oder Dienst- oder Werkleistungen einschließlich Steuern und Abgaben,
  4. die Laufzeit des Vertrages sowie Kündigungsfristen.

(2) Die Information gemäß Absatz 1 hat vor Vertragsschluss sowie rechtzeitig vor jeder stillschweigenden Verlängerung des Vertragsverhältnisses zu erfolgen, sofern das Dauerschuldverhältnisses um mehr als 1 Monat stillschweigend verlängert wird. Die Information ist im Sinne des Satzes 1 rechtzeitig, wenn dem Verbraucher bei Zugang dieser eine ausreichende Zeit zur Verfügung steht, um eine etwaige Kündigung des Dauerschuldverhältnisses auf den Weg zu bringen.
(3) Weitere Informationspflichten aus anderen Vorschriften bleiben unberührt.
(4) Geht dem Verbraucher die gemäß Absatz 2 erforderliche Information gemäß Absatz 1 aufgrund Verschulden des Unternehmers nicht rechtzeitig zu, steht dem Verbraucher bei einer mangelnden Information vor dem Vertragsschluss ein Widerrufsrecht nach § 355, bei einer mangelnden Information vor einer stillschweigenden Verlängerung des Vertragsverhältnisses ein Sonderkündigungsrecht zu.
(5) Steht dem Kunden ein Widerrufsrecht nach Absatz 4 zu, tritt für die Fristbestimmung an die Stelle der Widerrufsbelehrung die nachgeholte Information nach Absatz 1. In dessen Rahmen hat der Unternehmer den Verbraucher über das ihm zustehende Widerrufsrecht zu belehren.
(6) Steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht nach Absatz 4 zu, finden hierfür §§ 355, 357 entsprechende Anwendung mit den Maßgaben, dass

  1. die Rechtsfolgen sich lediglich auf den Vertrag ab der Verlängerung beziehen und
  2. die Kündigungsfrist sich zwar grundsätzlich nach den Regeln von § 355 Abs. 2 bis Abs. 4 bemisst, allerdings nicht vor dem Zeitpunkt der nachgeholten Information nach Absatz 1 beginnt.

Der Verbraucher ist in diesem Fall bei einer nachgeholten Information durch den Unternehmer über das ihm zustehende Sonderkündigungsrecht zu belehren.
(7) Etwaige weitere Kündigungsrechte oder Widerrufsrechte aus anderen Vorschriften, insbesondere § 510 Abs. 1, bleiben unberührt.“

Artikel 2
Inkrafttreten

Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.

(Anmerkung: Das Sonderkündigungsrecht nach § 312j Abs. 4 ist ein modifiziertes Widerrufsrecht, da die Rückabwicklung des Vertrages ab der Verlängerung damit am besten erreicht wird und die Rechtsfolgen nach § 357 den Kunden besser stellen als eine Abwicklung über das Bereicherungsrecht.)

Der Umgang deutscher Medien mit neuen Parteien

Wir erinnern uns: Im Jahr 2011 zogen relativ überraschend die Piraten in das Berliner Abgeordnetenhaus ein. Eine neue Partei, die sicherlich von ihren Inhalten her nicht ganz unumstritten ist, Anlaufschwierigkeiten hatte und wegen ihrer anfänglich starken basisdemokratischen Orientierung chaotisch und unentschieden wirkte. In Folge haben sie auch in einigen weiteren Landtagen bei Wahlen Fraktionsstatus bekommen.

Nun sehe ich viele Inhalte der Piratenpartei (z.B. “Netze in Nutzerhand”) sehr kritisch. Aber ich muss zugeben, dass sie mit der Netzpolitik ein Thema besetzt hat, das bei den großen Parteien eher stiefmütterlich behandelt wurde und nach wie vor wird (siehe die Debatte um das Leistungsschutzrecht für Presseverleger, das von einer CDU/CSU-FDP-Koalition durchgewunken wurde). In den Medien wurde die Partei aber weniger wegen der Inhalte als vielmehr wegen Personalquerelen sowie des “Chaos” kritisiert, welches den basisdemokratischen Verfahren geschuldet war.

Das Schauspiel könnte sich im Bundestagswahljahr 2013 mit der neu gegründeten “Alternative für Deutschland” (AfD) wiederholen. Diese Partei fordert den Austritt Deutschlands aus dem Euroraum. Sehr vereinfacht gesagt eine deutsche Variante von UKIP. Auch die Europapolitik ist ein Thema, das von den großen Parteien eher vernachlässigt wird. Wenn man von der letztlich mangels Beteiligung irrelevanten FDP-Abstimmung Ende 2011 absieht, gab es keine ernsthaften Diskussionen über die bekannten Dogmen hinaus (“Scheitert der Euro, scheitert Europa” o.Ä.).

Ein Meinungsbeitrag im Magazin “The European” mit dem Titel “Das Politikverständnis der AfD“, verfasst durch den Autor Christoph Giesa, fiel mir hierbei besonders negativ auf.

Der Autor, ein ehemaliges FDP-Mitglied, kritisiert hier mit harschen Worten (“gleicht einem Ermächtigungsgesetz“, “blinde Autoritätshörigkeit“) die Art, wie der Gründungsparteitag durchgeführt wurde. Kritik ist natürlich erlaubt, aber es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass bei der AfD nun das gestraffte Verfahren kritisiert wird, während bei den Piraten noch das Chaos bemängelt wurde. Die Parteitage der großen Parteien sind mit den Vorbesprechungen und taktischen Absprachen im Vorfeld auch nicht gerade Paradiese der Basisdemokratie.

Doch es kommt noch schlimmer. Es wird bemängelt, dass Vorstandsmitglied Prof. Irina Smirnova zur Integrations- und Migrationspolitik Positionen vertritt, die “konträr zur offiziellen Meinung der AfD” stehen und dafür auch noch gewählt wird. Dabei wollte der Autor doch gerade noch Diskurs statt Autoritätshörigkeit.

Der Artikel betont darüber hinaus, dass Smirnova davon überzeugt sei, “dass Ausländer an sich durch Einwanderung und Geburt Probleme nach Deutschland bringen“, und verweist als Quelle dafür auf ein Blog, laut dem der O-Ton in ihrer Vorstellung lautete “der ausländische Anteil in unserer Gesellschaft, durch Zuzug und Geburt, wird ständig größer und damit auch die Probleme“. Zur Krönung folgt im Artikel von Giesa dann die Bemerkung über Smirnova, dass “sie vergessen zu haben scheint, dass sie selbst Ausländerin ist“!

Bei diesem Duktus des Artikels wird mir schlecht. Ich halte es lieber mit dem französischen Schriftsteller Alain Finkielkraut, der anlässlich der Pariser Vorstadtkrawallen vor einigen Jahren über die dortigen Migranten folgendes sagte folgendes sagte: “Das Problem ist, daß sie sich selbst als Franzosen sehen müßten. Wenn die Einwanderer von ‘den Franzosen’ sprechen, wenn sie Weiße meinen, dann haben wir schon verloren.

Die Aussage Smirnovas wird verzerrt – es geht nicht um Ausländer “an sich”, und auch nicht um Probleme nach Deutschland “bringen”. Vielmehr geht es um besondere integrationspolitische Herausforderungen, wenn z.B. bestimmte Schulen einen hohen Migrantenanteil aufweisen. Durch das jahrzehntelange verschämte Schweigen sind die sozioökonomischen Probleme z.B. in Neukölln und Kreuzberg auch nicht verschwunden.

Integration wollen angeblich alle, aber durch solche Sätze wird künstlich eine Wand zwischen den “ethnischen Deutschen” und den “Zuwanderern” aufgebaut. Dazu dann noch implizit ein “Fraktionszwang”, eine Solidarisierung von “integrierten” Deutschen mit Migrationshintergrund mit denjenigen, die Probleme haben? Wenn sie nicht gerade durch eigene Migrationserfahrung Expertise auf dem Gebiet hat, wer soll dann was zu dem Thema sagen? Da beißt sich die sozialromantische Katze in den eigenen Schwanz.

Weswegen ist es denn in Deutschland nicht selbstverständlich, von “schwarzen Deutschen” oder “asiatischen Deutschen” zu sprechen, wie in Großbritannien von “Black British” oder “Asian British” gesprochen wird? Wer Migranten als möglichst unter Naturschutz zu stellende Objekte staatlicher Fürsorge sieht, befindet sich auf dem Holzweg.

Schade, dass sich ein großer Teil der Kommentatorenlandschaft auf oberflächliches Gemecker beschränkt, statt sich inhaltlich mit den Positionen der Parteien auseinanderzusetzen. Zu einer Demokratie gehört auch eine entsprechende sachliche Diskussionskultur.

Railspeak: Verkehrsverbund – Passenger Transport Executive

Und weiter geht es mit Railspeak, dem Sprachkurs von Fischerinsel.org für Vielfahrer und Bahnfans.

Was heißt Verkehrsverbund auf Englisch? What’s Passenger Transport Executive in German?
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Nein, es hat nichts mit “composite” (Verbundwerkstoff) zu tun, auch wenn der freundliche Herr von der DB Bahn-Facebookseite es so ausdrücken mag.

Deutsch: Verkehrsverbund
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Screenshot von bahn.de – Fahrplanauskunft und Buchungssystem der Deutschen Bahn

Ein Verkehrsverbund ist eine Organisation, welche entweder von den Landkreisen und kreisfreien Städten (englisch: unitary authority) oder den entsprechenden regional tätigen Verkehrsunternehmen getragen wird. Verkehrsverbünde koordinieren die Planung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV), schreiben Nahverkehrsleistungen teilweise auch (z.B. nach dem SPNV-Regionalisierungsgesetz 1994) aus, und legen einen einheitlichen Tarif für die Verwendung von Bus, U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn, Regionalbahn und anderen Nahverkehrsmitteln fest. Sie veranstalten selbst keinen Fahrbetrieb.

Waren Verkehrsverbünde anfangs nur in großstädtischen Bereichen (z.B. Hamburg (HVV), Hannover (GVH), Frankfurt (FVV, jetzt RMV)) verbreitet, so hat sich deren Zahl und Bedeutung seit der Bahnreform 1994 erheblich vergrößert. In Deutschland gibt es daher nur noch wenige verbundfreie Gebiete.

Die Tarife der Verkehrsverbünde sind nicht in das allgemeine Tarifsystem der Bahn integriert und können nur vor Ort gebucht werden.

Englisch: Passenger Transport Executive
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Screenshot from BRFares.com, an unofficial database of fares for National Rail services. Note the station group (Sammelbezeichnung für tariflich gleichgestellte Bahnhöfe) “Birmingham Stns”

In the UK, Passenger Transport Executives are local government bodies that are responsible for public transport. PTEs are planning and funding new public transport facilities and are setting fares for intermodal as well as single journeys within their area, but do not put rail franchises to tender under the Railways Act 1993. Some PTEs, such as the Tyne and Wear PTE, do operate public transport services themselves.

PTEs are regularly found in large urban areas. At present time, there are five PTEs in England, one in Scotland, and similar bodies are also found in Greater London (TfL) and Manchester (TfGM).

Whether a fare for a train journey is set by a PTE or by a TOC (train operating company) is entirely irrelevant to the consumer as PTE tickets are sold through all National Rail retail channels.

Shitstorm bei der Bahn – Willkommen im Kalten Krieg?

Es ist mal wieder soweit. Seit einigen Tagen belagern Massen digitaler Wutbürger die Facebook-Seite der Deutschen Bahn und stellen sie als rassistisches Unternehmen dar, fordern gar die Entlassung einer bestimmten Zugbegleiterin.

Was ist passiert?

Der SPIEGEL berichtete in seiner aktuellen Ausgabe unter dem reißerischen Titel “Bahnkundin ohne deutschen Pass abgeführt” über eine Studentin namens Asya, die im Januar dieses Jahres mit dem ICE von München nach Berlin wollte. Sie ist russische Staatsbürgerin. Über ein drittes Unternehmen hat sie ein Online-Ticket zum Selbstausdruck gebucht. Um Missbrauch zu verhindern, sind diese Online-Tickets der Bahn nur mit Identifikationskarte gültig. Der Kunde kann hierbei zwischen BahnCard/bahn.bonus Card, Kreditkarte, girocard und Personalausweis einiger “befreundeter” Staaten wählen.
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So empörend es ist, dass sie als zahlende Kundin wegen der mangelhaften Identifikation in Halle mithilfe der Bundespolizei aus dem Zug verwiesen wurde, so fehl am Platz ist auch die Empörung derer, die nun wegen der vermeintlich rassistischen Bahn schäumen. Das Zugpersonal hat die Aufgabe, die Regeln durchzusetzen, die es selbst nicht entwickelt hat. Der Protest sollte eher an die Führungsebene gehen.

Nichtsdestotrotz sollte die Bahn aus diesem Vorfall Konsequenzen ziehen. Dass es nicht möglich ist, einen Ausweis aus Polen oder Tschechien – immerhin sind das unsere unmittelbaren Nachbarländer – als Identifikation anzugeben, ist unzeitgemäß. Wir leben nun mal nicht mehr im Kalten Krieg. Andere Eisenbahnverkehrsunternehmen wie etwa die SBB (wo nur Name und Geburtsdatum auf dem Online-Ticket verzeichnet sind und irgendein amtlicher Ausweis oder Halbtax/GA genügt) oder Virgin Trains (wo Reisepass, Führerschein oder Kreditkarte akzeptiert werden) akzeptieren nach eigener Auskunft Reisedokumente aller Länder.
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Und natürlich wäre auch die Abholung online gebuchter Fahrkarten am Automaten eine sinnvolle Innovation – wie sie in Ungarn, Schweden oder Großbritannien schon lange praktiziert wird. Damit sind auch online gebuchte Sparpreise übertragbar und “ich kann nicht fahren, kann meine Schwester das Ticket nutzen” wäre kein Problem mehr.
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Abholung vorbestellter Fahrkarten an einem Automaten des Typs Shere FASTticket

Übrigens ist die Technik schon (als “Bahn-Tix”) vorhanden, sollte in Deutschland ursprünglich schon 2003 umgesetzt werden, wurde aber irgendwann von der Agenda gestrichen. Aber ob die paar Euro Umbuchungsgebühren, die man mit dem unflexiblen Online-Ticket einnimmt, die Frustration der Kunden aufwiegen?

Ein öffentliches Verkehrsmittel sollte vor allem einfach zu verwenden sein. So sehr ich die Aufregung nicht nachvollziehen kann, hoffe ich, dass die Bahn daraus Konsequenzen zieht, und zwar die kundenfreundlichen und richtigen.

Fischerinsel.org Keywords Most Sought After

Schon ganz interessant, bei Google Analytics nachzuschauen, mit welchen Suchanfragen die Leute auf mein Blog kommen…

1. amazon rechnung
Eigentlich recht unspektakulär. (Achso, habe ich schon erzählt, dass das Buchpreisbindungsgesetz überflüssige Klientelpolitik ist?)

2. cache:wqd77hhs4tuj:www.fischerinsel.org/home/2012/07/
Was das auch immer sein mag?

3. reg.brf
Borland Delphi und C++Builder werden also heute noch verwendet. Damit habe ich mal das Programmieren gelernt. Für die damalige Zeit waren das Spitzenprogramme und auch heute für ein Quick & Dirty-Projekt nicht schlecht. Deren Installer spinnt manchmal, wenn ein Antivirenprogramm im Hintergrund aktiv ist.

4. amazon invoice

5. fischerinsel
Ein Straßenname und die Bezeichnung der Südspitze der Spreeinsel/Museumsinsel in Berlin.

6. sushi sandwich berlin
Oh noes. Die sehen mein grauenhaftes Lebensmittelexperiment.

7. virtualbox cannot register the hard disk
8. virtualbox cannot register the hard disk because a hard disk with uuid already exists

Nervt mich auch. Kann man zwar beheben, aber schade, dass es dafür noch keine grafische Lösung gibt bzw. keine hilfreichere Fehlermeldung auftaucht.

9. “in 2013″duden
Korrektes Deutsch ist “im Jahr(e) 2013″ oder einfach nur “2013″. “In 2013″ klingt sehr bescheiden, genauso wie “Peter’s Imbiss” affig aussieht.
Ja, auch der “Deppenapostroph” war mal vor Duden’s (hrhr) Zeiten sehr üblich. Aber heutzutage schreibt auch keiner mehr Thurm und Thor…
Lesetipp zum Thema wörtliche Übersetzungen aus dem Englischen: dieser Artikel “Der Anglizismus in seiner natürlichen Umgebung“.

12. amazon delivery invoices

13. berlin hbf bus bis fischerinsel
Das ist der Bus 147.

14. berlin unheimlicher ort
Spiegel-Berichte von vor Jahrzehnten können heute manchmal eine morbide Faszination auslösen.

15. berliner u-bahn ansage mainline train service
Die habe womöglich ich mit eingeführt…

16. blau de e-plus aufladen
Im Prinzip möglich.

Railspeak: Tarifliche Gleichstellung – Station grouping

Willkommen bei Railspeak, dem Englisch-Sprachkurs für Bahnfans und Vielfahrer.

Deutsch: Tarifliche Gleichstellung
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Bestimmte Bahnhöfe werden in Gruppen zu Abgang-/Zielbahnhöfen mit tariflicher Gleichstellung zusammengefasst. Beispielsweise umfasst die Sammelbezeichnung “BERLIN” alle Bahnhöfe, die in der VBB-Zone A liegen.

Diese tarifliche Gleichstellung findet bei Normalpreis- und DB/TBNE-Streckenzeitfahrkarten ab der Mindestdistanz (meist 70 oder 100 km) Anwendung, so dass die Fahrkarten dann nur z.B. nach “BERLIN” ausgestellt werden und nicht nach “Berlin Friedrichstraße”. Eine solche Fahrkarte ist dann gleichermaßen zur Reise nach allen durch die Sammelbezeichnung erfassten Bahnhöfen gültig. Eine genauere Liste der gleichgestellten Bahnhöfe findet sich hier (.pdf).

Englisch: Station grouping
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Picture (C) by Whittlepedia on Wikimedia Commons

Across the National Rail network in Britain, certain train stations are encompassed in station groups. For example, “LONDON TERMINALS” encompasses all terminuses in Central London, including City Thameslink.

Unless the ticket is issued for travel within one station group, tickets are regularly not issued to a specific station in the group. As an example, a ticket to London will not be issued to “London Paddington” but to “LONDON TERMINALS” instead. The ticket is then valid for travel to any of the stations within the station group.