Kenne deinen Kartentyp – Warum Visa Debit nicht gleich Visa ist

Als Kunde der Consorsbank (eigentlich BNP Paribas Zndl Deutschland, Nürnberg) habe ich zu meinem Girokonto eine kostenlose Visa-Karte bekommen. Sie wird in der Werbung als “VISA Card” bezeichnet, ganz schüchtern taucht in einer Aufzählung der Punkt “Behalten Sie dank Debitfunktion den Überblick: Zahlungen und Abhebungen erscheinen sofort auf Ihrem Konto” auf.

Consors VisaAuf der Karte ist (und das ist höchst nachlässig!) nur das reguläre Visa-Logo angebracht. Nicht das Logo mit dem zusätzlichen Schriftzug “DEBIT” unter dem Visa-Logo, wie man es etwa von britischen oder US-amerikanischen Karten kennt, die dort oftmals als Hauptkarte zum Girokonto ausgestellt werden. Zwar ist die EMV-AID immer A0000000031010, egal ob die Karte nun Visa Credit oder Visa Debit ist. Aber anders als es viele Laien vermuten, gibt es dennoch einen ganz erheblichen Unterschied. So sind die Kosten für die Akzeptanz von Visa-Debit-Karten für viele ausländische Händler geringer (hier die Aufstellung der Interchange-Kosten für internationale EWR-Transaktionen, die einen Teil der Händlergebühren ausmachen).

Screen Shot 2015-01-22 at 00.02.43 (EZY Cards)Neulich wieder erlebt: Ich buche einen Flug bei easyJet. Auswahl bei Kartentyp u.a. zwischen “Visa” und “Visa Debit”, zu meinem Erstaunen sogar in der deutschsprachigen Fassung der Seite, obwohl hier die allermeisten Nutzer unwissend sind. Ich bin natürlich sofort auf die Option “Visa Debit” gegangen, was die Buchung gleich rund zwei Euro billiger gemacht hat (108,54 Euro statt 110,71 Euro), da dann easyJet auf Kreditkartengebühren verzichtet. Natürlich mit der Consorsbank-Visa-Karte gezahlt. Die Transaktion ging problemlos durch und wurde bestätigt. Nutzer bestimmter amerikanischer Visa-Debit-Karten beklagen in Foren, dass das easyJet-Buchungssystem ihre Karten nicht richtig erkennt, aber zumindest in dieser Hinsicht gleicht die deutsche Visa Debit der Consorsbank in ihrer Funktionalität exakt denen etwa aus Großbritannien. Das sollte sich dann auch am POS, also an der elektronischen Kasse, zeigen.

FoylesDeltaCardBeim Buchhändler in London nutzte ich die Karte natürlich ebenfalls, zumal sie mit 0% Fremdwährungsgebühr auch bei bargeldloser Zahlung, anders als etwa DKB, DAB, comdirect, ING-DiBa, netbank usw., für Weltenbummler sehr attraktiv ist. Es erschien auf dem Kassenzettel sogar die Angabe “DELTA CARD” – die alte Bezeichnung für Visa Debit in Großbritannien, die schon seit ca. 10 Jahren nicht mehr verwendet wird – als Zahlungsmethode! (Dass die Karte im Ausland als Chip & Signature-Karte funktioniert, weil sie nur Online-PIN und kein Offline-PIN kann, und das sehr suboptimal ist, ist wiederum eine andere Baustelle…)

Auch bei PayPal habe ich die Karte (als Visa-Karte) als Zahlungsmethode eingetragen. In der Einzelansicht der Transaktionen heißt es dann immer, abgebucht wurde von “Visa Debit Card”.

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Nur weil in Deutschland und der Kartentyp “Visa Debit” eine untergeordnete Rolle im Zahlungsverkehr spielt und viele gar nicht wissen, was das ist – zumal hierzulande oft Visa und MasterCard mit Kreditkarten gleichgesetzt wird und man bei Debitkarte lediglich an V-Pay, Visa Electron oder Maestro denkt –, ist das im Ausland nicht automatisch der Fall. Den Unterschied und den entsprechenden Kartentyp der eigenen Karte zu kennen kann bares Geld sparen.

(Es ist also ganz einfach: Visa Debit ist eine Karte, die überall akzeptiert wird, wo Visa akzeptiert wird. Alles, was mit Kreditkarten funktioniert (z.B. Reservierung eines Betrages oder Offline-Transaktion mit Magnetstreifen im Zug), aber nicht notwendigerweise mit den “klassischen Debitkarten” wie Visa Electron oder Maestro, funktioniert auch mit Visa Debit, Meist hat eine Visa-Debit-Karte eine hochgeprägte Kartennummer, die Abrechnungsmodalität ist die einer Debitkarte, die Akzeptanzkosten sind für internationale Händler geringer.)

Uber wirkt, Fernbus wirkt

Fundstück heute: “Berliner Taxen müssen bald Kartenzahlung akzeptieren

Wermutstropfen: Die Strafgebühr von 1,50 Euro pro Kartenzahlung soll bleiben. (Offenbar lässt man sich lieber überfallen, als für die sichere Kartenzahlung zu trommeln.)

Und dennoch: Man merkt hier, wie verschlafene, staatlich geschützte Branchen sich plötzlich bewegen, wenn ein neuer Wettbewerber aktiv wird. Ob es nun Uber ist, wo grundsätzlich per Kreditkarte abgerechnet wird, oder der Fernbus, der der Deutschen Bahn derzeit massiv Beine macht – denken wir nur an das kostenlose WiFi in der 1. Klasse des ICE oder die kurzfristige Buchung von Sparpreisen.

Glaubt die Kreissparkasse Böblingen an ihre eigenen Produkte?

Daran kann man zumindest zweifeln.

Denn auch dort hat sich die besonders bei Sparkassen und Volksbanken in der Provinz verbreitete Praxis eingebürgert, Inhabern von bestimmten Karten Barauszahlungen zu verweigern. (Die Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam macht das anders – dort kann man pro VISA-Transaktion maximal 50 Euro abheben. Auch das ist eine eher merkwürdige Praxis.)

Kein BargeldEin solcher Hinweis ist an den Geldautomaten der Kreissparkasse Böblingen im Einkaufszentrum “Mercaden” in Böblingen zu sehen. Demnach kann man mit VISA-Karten von ING-DiBa, DKB, Volkswagen Bank, Santander Bank, CC Bank, comdirect und Allbank kein Bargeld abheben. Nun bieten in der Tat einige Direktbanken kostenlose Bargeldabhebungen mit der VISA-Karte an, wie die ING-DiBa oder die DKB. Die comdirect tut dies jedoch nur im Ausland. Allbank und CC Bank gibt es gar nicht mehr. Noch kurioser: Die Santander Bank ist eine Filialbank. Geht es lediglich darum, Wettbewerbern Steine in den Weg zu legen?

Fakt ist jedenfalls, dass auch für Abhebungen mit der VISA-Karte Gebühren von der ausstellenden Bank an den Geldautomatenbetreiber gezahlt werden, es handelt sich also nicht um Schnorren o.ä. Diese bewegen sich im Bereich von knapp zwei Euro, was kostendeckend sein dürfte. Ich bezweifle auch sehr stark, dass comdirect oder DKB weniger zahlen müssten als eine fremde Filialbank, es dürfte vielmehr an der Popularität ihrer Produkte liegen. Die Privatbanken verlangen auch für die Abhebung mit der girocard, wo ein direktes Kundenentgelt anstelle eines Interbankenentgeltes berechnet wird, fast immer 1,95 Euro. Man sieht dort auch kein Problem in der Mitnutzung durch Kunden anderer Banken, da dies den Betrieb der Automatenstandorte rentabler mache. Die ING-DiBa stellt sogar selbst Automaten an Bahnhöfen und anderen Orten mit viel Laufkundschaft auf, um davon zu profitieren.

Mit solchen Praktiken, liebe Kreissparkasse Böblingen, gewinnt man jedenfalls keine neuen Kunden. Direkt neben dem Einkaufszentrum am Bahnhof befindet sich eine Postbank, wo man die Dinge etwas gelassener sieht. Und sollte der Betrieb von Geldautomaten wirklich so teuer sein, dann bewirbt doch das bargeldlose Zahlen.

Mittelfristig besteht die Gefahr, dass durch solche Aktionen die einheitlichen Zahlungssysteme fragmentiert werden und man sich nicht mehr sicher sein kann, dass überall Visa drin steckt, wo Visa drauf steht.

Kontaktlos in Stuttgart unterwegs

Seit ich im September dieses Jahres ein Girokonto bei der Consorsbank, damals noch Cortal Consors, eröffnet habe, befinde ich mich in einer Art dauerhaften No-Cash-Challenge (mehr zu dieser “Sportart” hier). Denn für jede Visa-Zahlung gibt es 10 Cent Cashback, und auch für jede girocard-Zahlung mit PIN, also nicht für elektronisches Lastschriftverfahren. Außerdem kann man durch die eigene Bank ein elektronisches Haushaltsbuch führen lassen, so dass man schnell und systematisch nachschlagen kann, wo man am meisten Geld gelassen hat. Inzwischen sehe ich es als echten Servicemangel an, wenn Restaurants (mit Bedienung) keine Karten akzeptieren – das wäre allenfalls bei einer Wurstbude noch verständlich.

Consors VisaDie Visa-Karte von Consors ist einerseits eine Visa Debit, andererseits ist sie mit der kontaktlosen payWave-Funktion ausgestattet. Ist das Kartenterminal entsprechend ausgestattet, kann man die Karte einfach kurz vor den Bildschirm des Gerätes halten, statt sie wie üblich zu stecken, und bei Transaktionen unter 25 Euro wird dann im Regelfall weder Unterschrift noch PIN verlangt.

Positive Erfahrungen

Karstadt Sports: Der Händlerbeleg mit einem Verweis auf B+S Card Service GmbH enthielt trotz des geringen Betrages (ca. 12 Euro) und der kontaktlosen Zahlung mit Visa payWave ein Unterschriftenfeld! Dabei zeichnet sich die kontaktlose Zahlung gerade dadurch aus, dass bei geringwertigen Einkäufen keine Unterschrift und auch keine PIN-Eingabe erforderlich ist.

Kaufhof am Hauptbahnhof: Die Verkäuferin kannte das Verfahren nicht, es klappte jedoch anstandslos und ohne Identifikation.

Bahnhof-Apotheke (Königstraße 4): Die Apothekerin kannte das Verfahren nicht, es klappte jedoch anstandslos, nachdem ich sie (angesichts des neuen Ingenico-Terminals) fragte, ob wir das versuchen können. Abzüge gibt es in der B-Note dafür, dass das Personal dennoch auf einer Unterschrift von mir bestand, auch wenn auf dem Beleg kein solches Feld aufgedruckt war.

Negative Erfahrungen

Jet-Tankstelle (Hauptstraße, Echterdingen): Zwar ist auf dem ICP-Terminal ein Kontaktlos-Logo aufgeklebt, jedoch bezieht sich das offenbar nur auf girogo, das auf dem Bildschirm angezeigt wird. Hält man die Visa-payWave-Karte an das Gerät, piept es, aber mehr passiert nicht. Vom Personal hieß es, es habe noch keiner erfolgreich kontaktlos zahlen können.

Da Cesare: Ein tragbares Ingenico-Terminal neuester Generation befindet sich bei diesem Italiener in der Nähe des U-Bahnhofs Rathaus. Nur ist die Kontaktlosfunktion offenbar nicht freigeschaltet, denn es wird weder zum Vorhalten aufgefordert noch reagiert das Gerät darauf. Es muss gesteckt werden.

tegut im Milaneo: Ein etwas eigenartiger Supermarkt in dem neuen Einkaufszentrum – ziemlich auf Bio getrimmt, mit Klaviermusik im Hintergrund, aber auch viele konventionelle Waren führend. An der Kasse die gewohnten Verifone-Geräte, die man auch in Berlin bei Ullrich und Kaiser’s sieht. Allerdings ist die Kontaktlosfunktion offenbar nicht freigeschaltet, denn es wird weder zum Vorhalten aufgefordert noch reagiert das Gerät darauf.

Fazit

In Stuttgart scheint die Kontaktlos-Zahlung noch nicht wirklich angekommen zu sein. Einige Händler unterstützen es, oft ohne dass es das Personal bewusst weiß. Bei anderen ist die Unterstützung trotz moderner Kartenterminals gar nicht vorhanden. Allerdings ist selbst in Berlin das Bild gemischt. Einige wenige Verkäufer an den Kassen kennen es, denn es ist schneller und spart Aufwand, andere (hier sind insbesondere einige Kaiser’s-Filialen zu nennen, die fast alle Karten nehmen) verweigern vehement die Freigabe des Terminals, bevor sie die Karte in der Hand hatten und stecken diese dann. Wir schauen mal in ein, zwei Jahren erneut auf dieses Thema…

Warum die aktuelle Kampagne der Sparkassen nutzlos ist

Die Sparkassen veranstalten gerade eine PR-Kampagne (“Der Unterschied beginnt beim Namen“). Mit dieser wird betont, dass sich die kommunalen Finanzinstitute vor Ort engagieren, den Mittelstand fördern, lokale Vereine sponsern usw.

Die Kampagne ist zum Scheitern verurteilt. Denn das interessiert die meisten Leute kaum, was das Geldinstitut alles Gutes veranstaltet, wenn sie bei einer Direktbank ein normales Girokonto ohne Kontoführungsgebühren und mit kostenfreier Debitkarte bekommen. Das gesparte Geld kann man auch vorzüglich investieren oder spenden. ;)

Screen Shot 2014-09-13 at 22.55.09Wie die Zukunft der Filialbanken aussehen könnte, zeigt etwa die britische Metro Bank sehr gut. Diese erst vor einigen Jahren neu gegründete Filialbank konzentriert sich auf Services vor Ort wie Bareinzahlungen, Schließfächer, vor allem aber auf Dienstleistungen zum Mitnehmen. So bekommt man eine Debitkarte sofort zum Mitnehmen und mit Wunsch-PIN in der Filiale ausgestellt, wenn man bei Metro Bank ein Konto eröffnet, kann also sofort mit dem Banking loslegen. Auch die Einrichtung des Online-Bankings kann in der Filiale erfolgen und nicht per Kommunikation mit irgendwelchen unsichtbaren Gestalten in unsichtbaren Back-Offices. Das Call-Center ist einheimisch im Großraum London angesiedelt – auf meine scherzhafte Frage, ob ich bei einem Anruf einen indischen Akzent beim Gegenüber hören werde, erklärte die Bankberaterin “no, you will hear my accent“. Großzügige Öffnungszeiten (7 Tage die Woche, entsprechend Einzelhandels-Geschäftszeiten) und ein 0-GBP-Girokonto runden das Angebot ab. In gewisser Weise ist die Metro Bank die bessere Sparkasse – sie schafft Arbeitsplätze vor Ort, bietet persönlichen Service zu guten Konditionen und bringt damit die Innenstädte voran.

Aber es fehlt in der Bankbranche hierzulande an Visionen. Wenn man als Kunde der örtlichen Sparkasse (obwohl es technisch eben auch anders, besser möglich wäre) auch eineinhalb Wochen warten muss, bis alle Karten und PINs über den Postweg angekommen sind, dann kann man auch zu einer Direktbank gehen, denn dort muss man genauso warten.

Joopticket

Cindy aus Marzahn ließ sich ihrerzeit mal über das “Joopcenter” aus. Ich tue das selbe, nur über das Jobticket.

Das Jobticket von der S-Bahn Berlin/VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg), das in Kooperation mit meinem neuen Arbeitgeber angeboten wird, muss sechs Wochen im Voraus bestellt werden.

Muss das eine romantische Sache sein. Ich gebe meinen Antrag beim Arbeitgeber ab, der gibt das am Folgetag beim Verkehrsunternehmen ab.

Von der S-Bahn Berlin GmbH reist dann jemand persönlich – beritten – am dritten Tag in den nahen polnischen Wald, in die Puszcza Rzepińska, um den schönsten Baum des Waldes auszusuchen. Dieser wird dann gefällt, damit genug Zellstoff da ist, um darauf meine Wertmarken fürs folgende Jahr zu drucken. In liebevoller Handarbeit wird die Masse geknetet und Papier mit Wasserzeichen daraus hergestellt.

Und gleichzeitig geht mit der Postkutsche von der Invalidenstraße eine Bestellung nach Rostock an die deutsche Hochseeflotte. Vor den Affenfelsen von Gibraltar gehen sie Tintenfische fangen. Nach vierwöchiger Fangreise werden die Tintenfische von deutschen, nach NGG-Tarifvertrag bezahlten Fachkräften handgemolken und daraus die Tinte für den Druck der Wertmarken gewonnen. In guter mittelalterlicher handwerklicher Tradition pinseln die Mönche des Klosters Chorin in Nordbrandenburg dann die Tintenfischtinte auf das Papier und verzieren es mit weisen Inschriften wie “VIA: BOB*B*BHBF*BZOO*BCH*BSP“.

Ein berittener Kurier wirft das Jobticket, in dem so viel Schweiß menschlicher Mühe drinsteckt, dann genau sechs Wochen nach der Bestellung in meinen heimischen Briefkasten ein.

Anders wäre diese lange Vorbestelldauer nicht zu rechtfertigen und es würde ja beinahe an eine Unverschämtheit grenzen. Aber im Zweifel ist doch eher davon auszugehen, dass da so viel Liebe und Arbeit drin steckt, nicht dass irgendein Sesselpupser in einem Büro sich viel Zeit lässt mit der Bearbeitung, obwohl es genug Blankowertmarken und Drucker gibt. Oder doch? ;)

Oder man bestellt sich einfach bei der NEB ein normales Abonnement, das ist etwas teurer und es gibt eine unromantische funkende VBB-fahrCard, aber man hat seine Ruhe und das geht in weniger als 14 Tagen. Ich habe mich doch für letzteres entschieden. Man stelle sich vor, jeder Berechtigte würde so ein Jobticket bestellen, dann würde das Ganze ja ob der massiven Arbeitslast zusammenbrechen… :D

Adobe Acrobat XI Pro installation fails on Mac OS X

If an Adobe Acrobat 8 installation on Mac OS X was incompletely uninstalled, the installation of Adobe Acrobat XI Pro may terminate prematurely with the message “The installation failed. The Installer encountered an error that caused the installation to fail. Contact the software manufacturer for assistance.“. Adobe Acrobat XI will be installed in the Applications folder by then, but due to the incomplete installation it will not start up properly and claim you need to activate your trial, even if you have entered a valid serial during the installation process.

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To fix this issue, you will have to firstly uninstall the incomplete installation of Adobe Acrobat XI and then delete com.adobe.*.plist in /Library/Preferences/ (which is a hidden path, so you will have to use Finder’s “Go – Go to Folder…” command). Afterwards retry installing Adobe Acrobat XI and it should work.

Allgemeinbildende Schule online – auch ein Modell für Deutschland?

Im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio gibt es bereits seit dem Jahr 2000 eine Online-Schule, den Electronic Classroom of Tomorrow (ECOT – Elektronisches Klassenzimmer von morgen). Das Programm der ECOT deckt vom Vorschuljahr bis hin zum Abschluss der Oberschule die gesamte Laufbahn der allgemeinbildenden Schulen (K-12) ab.

Electronic Classroom of Tomorrow (logo)

Electronic Classroom of Tomorrow

Es handelt sich hierbei um eine staatlich finanzierte Gesamtschule, deren Nutzung (Besuch trifft es nur eingeschränkt) kostenfrei ist. Die Schüler haben eine 25-Stunden-Schulwoche, können aber ihre Kursnutzung flexibel planen. Gesetzlich vorgeschriebene Vergleichsarbeiten müssen die Schüler bestehen, der Oberschulabschluss wird erst mit dem bestandenen Ohio Graduation Test (OGT) verliehen.

Das Angebot richtet sich an Schüler zwischen 5 und 21 Jahren mit Wohnsitz in Ohio. Eine Vielzahl von Schülern mit besonderen Bedürfnissen nutzt das Angebot von ECOT, etwa berufstätige Schüler, Schüler mit Erkrankungen, Leistungssportler, Schwangere, Schüler mit Mobbingerfahrung, Schüler mit Bedarf nach einem kurzfristigem Schulwechsel oder fortgeschrittene Schüler, die eine neue Herausforderung suchen. Ähnliche Online-Schulen gibt es z.B. auch im Bundesstaat Pennsylvania. Wäre dies auch ein Modell für Deutschland? Weiterlesen »

Ich, das Chip & PIN-Versuchskaninchen

In Deutschland ist man mit der Kartenzahlung ja generell nicht so weit wie in den uns umgebenden Ländern. Während man bei den Snackautomaten in der Stockholmer U-Bahn auch mit Karte bezahlen kann und auch der Döner-Imbiss neben dem Bahnhof im polnischen Stettin alle möglichen Karten annimmt, gilt hierzulande oft noch, dass nur Bares Wahres ist – auch wenn ich nicht weiß, wer ernsthaft mit 150 Euro auf ein Volksfest geht. Viel zu unsicher!

Nun nutze ich schon seit längerem bei meiner Hausbank, der comdirect, die Visa-Debit-Karte, die es kostenlos zum Girokonto gibt. Sie hat viele Vorteile, unter anderem die Bargeldabhebung im Ausland ohne Gebühren durch die Hausbank (leider kostet jede bargeldlose Fremdwährungstransaktion 1,5% Gebühr, aber das ist ein geringeres Übel).

Vor einem Jahr bekam ich eine Folgekarte, die nun auch kontaktlos funktionierte. Nach wie vor war das eine sogenannte Chip & Signature-Karte. Wenn man sie also an Kassen einsetzte, musste ich die Karte einstecken und unterschreiben. Sie “konnte” zwar auch Chip & PIN, aber die PIN musste man nur an Geldautomaten eingeben, oder eben an Automaten, die PIN-Eingabe erzwingen. Da fallen einem McDonalds Easy Order oder gewisse Fahrkartenautomaten, etwa der kommunalen Stuttgarter Verkehrsbetriebe SSB, ein. Welches Verfahren “bevorzugt” wird, entscheiden Zahlgerät und Karte im Zusammenspiel miteinander. Wenn ich diese Karte aber in Automaten der Deutschen Bahn steckte, um Fahrkarten zu lösen, wurde sie akzeptiert, ohne dass ich irgendwie “unterschreiben” oder eine PIN eingeben musste. Unheimlich, oder?

Nun war bei der Folgekarte von vor einem Jahr das kontaktlose Zahlen aus irgendeinem Grund recht unzuverlässig. Darum beantragte ich eine (kostenfreie) Ersatzkarte. Die kam dann auch prompt und das Begleitschreiben las sich sehr nett. Zur Sicherheit müsse ich an Kassen nun öfter die PIN eingeben. Und in der Tat, ich hatte nun eine Chip & PIN-Visa-Karte, bei der ich auch im Kaiser’s oder im Ullrich-Supermarkt die PIN eingeben musste, wo ich vorher zu unterschreiben hatte.

Oben: Chip & Signature (mit lebendigem Magnetstreifen). Unten: Chip & PIN (mit totem Magnetstreifen).

Oben: Chip & Signature (mit lebendigem Magnetstreifen).
Unten: Chip & PIN (mit totem Magnetstreifen).

Vor drei Tagen strandete ich in Minden in Westfalen, das Reisezentrum war geschlossen, und ich brauchte dringend eine ICE-Fahrkarte für die sofortige Fahrt nach Berlin. Der Automat nahm die nagelneue Ersatzkarte nicht an, da “Karte nicht lesbar”. Glücklicherweise hatte ich noch eine girocard (umgangssprachlich bis heute EC-Karte genannt) dabei. Doch auch einige Tage später am Bahnhof Zoo funktionierte die Visa-Karte an den Automaten nicht, wo sie danach im Ullrich-Supermarkt tadellos funktionierte.

Ein Anruf bei der Bank brachte die Erkenntnis, dass die neuen Chip & PIN-Karten auch mit totem Magnetstreifen ausgeliefert würden, aus Sicherheitsgründen. Doch würden – wie sich nach einen Anruf beim Kartenherausgeber Atos Worldline herausstellte – die Automaten der Bahn bei Visa vermutlich noch auf den Magnetstreifen zurückgreifen (wie es mobile Terminals der Zugbegleiter und die Kassen im Bordbistro auch tun, da die Karte durchgezogen und nicht gesteckt wird). Die alte Karte gelte aber dennoch bis zu ihrem Ablaufdatum weiter, zumal sie der neuen äußerlich gleicht. Ich solle einfach vorerst die alte Karte zum Zahlen bei Bahn-Automaten weiterverwenden, bis sie umgestellt seien. Gut, dass ich diese nicht entsorgt habe! Und doppelt gut, dass ich die neue Karte nicht gleich im Bordrestaurant oder beim Fahrkartenkauf im Zug getestet habe und unfreiwillig zum Zechpreller oder Schwarzfahrer geworden wäre, weil sie den neuesten Sicherheitsstandards entspricht!

In Großbritannien ist Chip & PIN bei Kreditkarten schon seit zehn Jahren verbreitet. Damals wurde eine große Kampagne gestartet, mit Werbespots im Fernsehen und dem Slogan “Safety in Numbers“. In der Tat konnte man damit die Schäden im Banksektor durch den Missbrauch von Karten erheblich senken. Meine alte deutsche Karte, bei der noch eine Unterschrift erforderlich war, wurde als extrem exotisch angesehen und brachte mir an Selbstbedienungskassen Ärger ein. Aber immerhin hat man die Änderungen an ihre eigenen Bürger richtig kommuniziert.

Nur hierzulande findet der Rollout erstens viel zu spät und zweitens dann noch still und heimlich statt, und einige sind an vorderster Front dabei und andere haben es verpennt. Dabei sagt man doch, Deutschland sei so gut organisiert?

Die Taliban unter den guten Kunden

Wir haben seit einiger boulevardesker Berichte in öffentlich-rechtlichen Medien einen Kulturkampf zwischen Kunden, die gern online bestellen, und welchen, die (teils mit sehr moralinsauren Argumenten) auf den lokalen Einzelhandel schwören.

Schauen Sie sich doch mal die Frage hier auf der Facebook-Seite vom “Deutschlandfunk” an – “Hand aufs Herz: wo kaufen Sie Ihre Bücher?

Guten Appetit!

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(Okay, als Kaufhäuser aufkamen, schimpfte man auch gerne auf die Juden. Der Lack der Zivilisation ist hauchdünn.)

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Als Verbraucher, der nicht besonders wohlhabend ist, stelle ich fest, dass Gründer wie Jeff Bezos oder auch die Albrecht-Brüder (Aldi) das Leben der kleinen Bürger wohl deutlich mehr verbessert haben als es jeder Karl Marx oder verbeamtete Sozialbürokrat getan haben.

Persönlich kaufe ich vieles online, weil der Einzelhandel vor Ort einfach keine adäquaten Angebote hat. Wenn die einzigen Repräsentanten des Elektronikhandels in einem Ort ein Media Markt und ein Saturn (beides Metro-Konzern) sind, und Druckerkabel dann zehn Euro kosten statt drei, ist das einfach kein Wettbewerb. Oder weil Amazon als Marktplatz viele nicht preisgebundene Gebrauchtbücher aufführt, während für Neubücher in Deutschland immer noch das Buchpreisbindungsgesetz gilt, das eine Branche künstlich protegiert und Kultur teurer macht. Oder weil man sonntags in Online-Katalogen stöbern kann, aber Ladengeschäfte zu sind. Oder weil man online mit Kreditkarte zahlen kann, was in einigen Geschäften offenbar immer noch ein exotischer Sonderwunsch ist.

Hier muss sich der Einzelhandel mitsamt den Einzelhandelslobbyisten aber an seine eigene Nase fassen und fragen, wie man sein Produkt verbessern kann. Wer nur auf die Konkurrenz schimpft und sich sogar xenophoben Ressentiments bedient, hat den Misserfolg verdient. Und leere Innenstädte sind ein Mahnmal des Versagens derjenigen Geschäftsleute, die sich qualitativ nicht dem neuen Wettbewerb anpassen konnten.