Billig-Euro und Niedrigzins, gut für den Verbraucher?

Die EZB setzt auf eine Niedrigzins- und Weichwährungspolitik, um die Inflation anzukurbeln und Exporte günstig zu machen. So soll die Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden. Nun gut, Deflation ist durchaus ein Problem. Wenn auch nicht so sehr für den Verbraucher, sondern eher für den Staat, der ja ordentlich in der Miese steckt.

Die Frage ist aber, ob die viel gepriesenen Maßnahmen nicht vielmehr die Binnenkonjunktur abwürgen. In der Schweiz hat man mit dem festen Euro-Franken-Wechselkurs bereits festgestellt, dass das billige Geld im Land herumschwirrt und für Mondpreise bei Immobilien sorgt. Im Mieterland Deutschland könnte das massive soziale Probleme auslösen, zumal auch Städte wie Berlin längst nicht mehr für so preiswerte Wohnungen stehen wie noch vor 20 Jahren.

Deutschland ist an sich auch kein besonders rohstoffreiches Land. Es gab ein paar Kohlegruben, man könnte vielleicht mit Fracking etwas machen, Landwirtschaft gibt es auch, das Land könnte sich aber kaum selbst versorgen. Der Großteil der Wertschöpfung findet in Handwerk und Industrie statt. Aber irgendwelche komplizierten Industrieanlagen braucht der Verbraucher meist nicht, und die Produkte für Konsumenten werden woanders hergestellt. Die ohnehin in der Eurozone und besonders in Deutschland überteuerten langlebigen Konsumgüter (Elektronik, Medien, Kleidung, Schuhe), genauso wie Reisen, werden somit noch teurer. Es entsteht eine gefährliche Blase.

Ich bin kein Ökonom und würde mich über sachkundige Kommentare sehr freuen. Dass die aktuelle Politik aber ein Patentrezept sein soll, bezweifle ich stark. Es könnte noch zu unangenehmen Verwerfungen nicht nur hierzulande führen. Ich hoffe sehr, dass bei den diesjährigen General Elections in Großbritannien ein Wahlerfolg der UKIP ausbleibt.

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